Projekt Beschreibung

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Der moderne Bogen hat sich seit dem Ende des 18. Jahrhunderts nur noch in Nuancen verändert. In der Musik jedoch ist die Zeit nicht stehengeblieben. Künstler wie Nigel Kennedy, die mit unseren Bögen neue Wege gehen, fordern die Traditionen heraus und inspirieren uns, auch in der Werkstatt Neues auszuprobieren. Die Kollektion Zeitgeist umfasst die beiden Bögen «Zeitgeist» und «Eye» – eine Kombination von altem Handwerk, klassischer Finkel-Qualität und modernem Design. «Eye» ist auch in einer persönlichen Ausführung erhältlich und wird damit zu einem Unikat.

Erhältlich ist die Linie als Violin-, Viola- und Cellobogen.

No. Zeitgeist

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Erstklassige, runde Fernambukholz Stange, Ebenholzfrosch mit Perlmutteinlage in Totenkopfform und Silberzwickel, Silberkopfplatte, Silberdraht Bewicklung, Daumenleder aus Ziegenleder, mongolisches Pferdehaar.

No. Eye

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Erstklassige, runde Fernambukholz Stange, Ebenholzfrosch mit Perlmutteinlage mit persönlichem Motiv, Silberzwickel, Silberkopfplatte, Silberdraht Bewicklung, Daumenleder aus Ziegenleder, mongolisches Pferdehaar.

Alle Bogen tragen die Handschrift der Tradition, in der sie entstanden sind, der Werkstatt und des Bogenmachers. Ein Bogen ist immer eine persönliche Angelegenheit. Wer es noch ausgeprägter mag, wählt eine Perlmutteinlage am Frosch mit persönlichem Motiv und erhält damit ein Unikat.

Daniela Finkel führt das Bogenhandwerk in der fünften Generation weiter.

Interview mit Daniela Finkel

Das ist Zeitgeist

Finkel Bögen haben eine sehr lange Tradition. Gibt es Dinge, die sich dennoch verbessern lassen?

Es gibt tatsächlich gute Gründe, vieles so zu machen, wie es mein Vater, mein Grossvater und mein Urgrossvater gemacht haben. Jede Generation hat die Entwicklung weitergebracht, alles funktioniert. Ich glaube aber, es gibt auch in der Musik Menschen, die Neues ausprobieren wollen, und für sie haben wir unsere Zeitgeist Kollektion geschaffen.

Was bedeutet Zeitgeist?

Die persönliche Note, die ich unseren Zeitgeist-Bögen geben möchte, ist das Design. Irgendwann begannen wir zu experimentieren mit der Linse am Frosch, setzten eine Bourlesque-Tänzerin dort ein oder einen Totenkopf. Das ist an sich nichts Neues, andere Produzenten haben auch schon ihr Logo dort eingesetzt. Je nach Wahl des Motivs, das auch sehr persönlich sein kann, erhält unser Finkel Bogen nun aber ein ganz besonders Aussehen.

Du bist praktisch in der Werkstatt gross geworden, was sind deine frühesten Erinnerungen ans Bogenmachen?

Ich mochte es sehr, in der Werkstatt zu zeichnen oder spielen, während rundherum gearbeitet wurde. Wir verwenden heute noch ähnliche Werkzeuge wie früher, ausgerechnet eine kleine Plastikflasche mit rotem Deckel erinnert mich besonders an meinen Grossvater. Dieses Plastikding war wohl damals eine Sensation. Man kann damit den Boden mit Wasser benetzen, damit nicht zuviel Staub herumwirbelt.

Dein Vater hat die Werkstatt perfektioniert. Was machte ihn zu einem so guten Bogenmacher?

An meinem Vater bewunderte ich stets die Leichtigkeit, mit der er das Holz gebogen hat. Er tat dies wirklich mit einem unglaublichen Instinkt. Dieses Bild habe ich manchmal vor Augen, wenn ich nicht mehr so genau weiss, wie ich weitermachen soll.

«Einen Hundertstel Millimeter
kann man von Auge
sehen – schwer zu glauben,
aber es ist so.»

Menk Lüthi

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Er weiss, welche vielfältigen Eigenschaften Holz hat: Daniel Ernst ist gelernter Drechsler und arbeitet seit 2008 in der Werkstatt.

«Es braucht viel Wissen, um richtig mit Holz umgehen zu können. Früher war dieses Wissen breit vorhanden, dann ist es verloren gegangen. Mich fasziniert, was sich aus verschiedenen Holzarten anfertigen lässt, deshalb habe ich ursprünglich eine Lehre als Drechsler gemacht. Beim Bogenmachen ist es wichtig, Gefühl fürs Holz zu entwickeln, vieles lässt sich nicht mit Theorie vermitteln, es ist eine Frage der Erfahrung, wie man die Hölzer behandelt. Die Bewegungen kommen irgendwann – aber es braucht Zeit.»

«Manchmal haben wir es mit ganz speziellen Holzstücken zu tun, jedes muss man anders behandeln»

Daniel Ernst

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Als gelernter Geigenbauer weiss Stefan Gerny, dass kein Holz gleich ist wie das andere. Jetzt perfektioniert er sein Handwerk als Bogenmacher.

«Holz ist ein lebendiges Material»

Stefan Gerny

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«Der Bogen und das Instrument sind eine Einheit. Alles muss zusammenpassen und noch wichtiger, beide Dinge müssen zum Menschen passen, der damit musiziert. Als gelernter Geigenbauer weiss ich, dass kein Stück Holz gleich ist wie das andere, Holz ist ein lebendiges Material und arbeitet selber immer auch mit. Jedes Stück muss man anders angehen. Als Bogenmacher muss ich noch viel an Erfahrung sammeln, aber die grundlegende Faszination für den Werkstoff Holz ist die gleiche.»